Bild des Monats


Günter Firit

Die schwarze Fahne hoch!

Und hat sie auch ein Loch!

Farbige Radierung

Signiert

27x40 cm

Preis 280 €

 

Das Bild des Monats im KOLIBRI-KUNST-KABINETT, einem Projekt der „Kolibri Interkulturellen Stiftung“. Der Erlös wird von den Eigentümern vollständig zur Finanzierung unserer Projekte gespendet. 

 

Der provokante Titel und die Widmung „Das Beste für 2009“ zeigt die Persönlichkeit dieses vielseitigen Künstlers. In der ehemaligen DDR war er mit den roten Bannern und deren propagandistischen Politparolen und unter Überwachung aufgewachsen. Als Künstler lebte er dort mit der schwarzen Fahne des Widerstands, was zu seiner Ausreise im Jahr 1986 führte. Als Mensch erlebte ich ihn eigenwillig, spöttisch, aber immer herzlich zugewandt. Seine politischen und philosophischen Gedanken wirken in Werken wie „ Vier Versuche, sich mit einer Situation nicht abzufinden“ von 1984 oder in seinen vielen „Nestflüchtern“, wie auf dieser Radierung, weiter.

 

Günter Firit (1947-2010) wurde 1972 von der Hochschule für Bildende Künste Dresden wegen „ideologischer Unreife und mangelhafter Studienhaltung“ exmatrikuliert. Trotzdem war seine Bewerbung als Meisterschüler bei Prof. Bernhard Heisig an der Berliner Akademie der Künste 1982 erfolgreich. Er engagierte sich in einem Leipziger Künstlerkreis, der in mehr oder weniger offenem Widerspruch zur Kulturpolitik der DDR stand.

Seine Beteiligung am „1. Leipziger Herbstsalon“, einer ungenehmigten Kunstausstellung, verstärkten die Spannungen mit der Kulturbürokratie der DDR. 1985 stellte Firit einen Ausreiseantrag, dem 1986 stattgegeben wurde.

In München wurde der Künstler zusammen mit drei weiteren ausgereisten Künstlerkollegen von der Kulturszene gefördert und anerkannt. Er stellte in Galerien aus, es kam zu zahlreichen privaten und öffentlichen Ankäufen. Als 1989 die Mauer fiel, ließ das Interesse an den Dissidenten nach. Dennoch konnte sich Firit als Künstler und Lehrer behaupten. Sein von einer freundlichen Vermieterin zur Verfügung gestelltes Haus in Puchheim wurde der Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens.

Noch lange nach seinem plötzlichen Tod 2010 findet sein umfangreiches malerisches und grafisches Werk Beachtung, u.a. bei der Ausstellung „Hinter der Maske – Künstler in der DDR“, 2017/2018 im Museum Barberini in Potsdam und zuletzt im August 2019 anlässlich einer Ausstellung von Kunst aus der DDR in Schloss Bellevue, beim Bundespräsidenten in Berlin.

Wichtige Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen. Es seien nur einige genannt: Nationalgalerie Berlin, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Galerie Junge Kunst, Frankfurt (Oder), Diözesanmuseum Freising, Museum der Bildenden Künste Leipzig, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München.

Elisabeth Mach-Hour, Beiratsvorsitzende der Interkulturelle Stiftung Kolibri