Walter Raum (1923 - 2009)

Künstler der Nachkriegsavangarde

Walter Raum: o.T. 1964 140x110 cm (HxB) Dispersion auf Leinwand/Sperrholz Preis 4900 €



 

Walter Raum

Künstlerische Vita:

 

Nach dem Krieg begann Raum das Studium der Malerei. Zunächst an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Hermann Wilhelm 1946–51, anschließend an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Walter Becker 1951–52 und an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Xaver Fuhr 1952–54

 

Ab 1954 war Raum in München als freischaffender Maler tätig.

 

Die Teilnahme an

- der 29. Biennale in Venedig 1958,

- der 1. Biennale de Paris 1959,

- der 21. International Watercolor Biennale in New York 1960

 

und die folgenden Einladungen zu Ausstellungen der Nachkriegsavantgarde, bedeuteten dem jungen Maler signifikante Anerkennung und Bestätigung seiner künstlerischen Position.

 

1963 Burda- Preis im Herbstsalon im Haus  der Kunst in München.
1968 Mitglied im Deutschen Künstlerbund

1973 bis 1975 Lehrauftrag an der LMU München als Kunsterzieher
1984 Preis des Kunstvereines von Rosenheim
1986 Mitglied der Secession in München.
1996 Bundesverdienstkreuz am Bande.
1998 Seerosenpreis der Stadt München.

 

Viele Arbeiten von Walter Raum befinden sich in öffentlichen Sammlungen, u.a. in:

 

- Städtische Galerie München

- Städtische Grafische Sammlung München

- Bayerische Staatsgemäldesammlung München

- Bayerisches Kultusministerium

 

 

 


Wundbilder

Ausstellung anlässlich einer szenischen Lesung von Wolfgang Borchert's Draußen vor der Tür im Kulturhaus Milbergshofen. 16.11. 2025

Fotos: Walter Kuhn; lizenzfrei.

Walter Raum „Wund-Bilder“

 

 

 


Die Frage „wozu?“ hat das Leben des Malers Walter Raum bestimmt. Mit seinen Bildern setzte er unablässig Zeichen, mittels derer er sich fortwährend seiner Existenz vergewisserte: Ich lebe, trotz allem. Ich lebe mit all meinen Wunden, meinen Zweifeln, mit der ganzen Brüchigkeit der eigenen Existenz und der aller anderen Individuen. Malen sei für ihn auch eine Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit und Tod gewesen, sagte er einmal.* Die von ihm 1983 gemalte Serie „Wundbilder“, zeugt davon und sie zeigt die ungeheure Tiefe und Wucht der Leiderfahrung als Soldat des zweiten Weltkriegs, die ihn sein „zweites Leben“ lang nach dem Sinn der menschlichen Existenz fragen ließ.

 

Walter Raum kehrte im Sommer 1945 aus dem Krieg nach Hersbruck zurück. Im April 1945 war er an einer Panzersperre im Spessart durch Beschuss eines amerikanischen Panzer MGs verwundet worden. Trotz Kniedurchschuss konnte er sich noch kilometerweit zu einem Bauernhof schleppen, wo er in den folgenden Wochen langsam genesend das Kriegsende erlebte. Zurück in Hersbruck erfuhr er, dass sein Bruder Johannes in den letzten Kriegstagen in der Nähe von Bamberg gefallen war, ein Verlust, der Walter Raum zeitlebens verfolgte.

 

Walter Raum übernahm zuerst das Malergeschäft des Vaters Michael (1941), um sich, seine Mutter Kunigunde und seine Schwester Annemarie überhaupt ernähren zu können. Doch schon 1946 reichte er eine Mappe bei der aus dem zerstörten Nürnberg nach Ellingen ausgelagerten Kunstakademie ein und erhielt dort sofort aus der Bewerberschar von 135 Bewerbern einen der begehrten fünf zu vergebenden Plätze. Dort studierte er bis 1951, bevor er weiter an die Kunstakademien Karlsruhe und München wechselte. Später von seinem Sohn befragt, ob denn zwischen ihm und anderen aus dem Krieg heimgekehrte Studenten der Akademie über deren erlebte traumatisierende Kriegserlebnisse nicht auch gesprochen wurde, sagte Walter Raum: „Nein, nie!“

 

Walter Raum malte. Erst gegenständlich und dann abstrakt „tachistisch“. Bereits Ende der 50er Jahre gehörte er damit zur deutschen Avantgarde. Der Phase des Tachismus folgte in den 70er Jahren bis in die frühen 80er Jahre eine ausgeprägte Periode mit Zeichnungen. Plötzlich schwenkte Walter Raum 1983 zurück zur Malerei. Wie besessen malte er mehr als 100 Papierarbeiten in einem Jahr. Die erlebten Kriegsereignisse von Tod und Verwundung brachen endlich aus ihm heraus. Nun, fast 40 Jahre danach.

 

 

 

* Wilhelm Christoph Warning über Walter Raum in Borchert „Draußen vor der Tür“ / Raum „Wund-Bilder“ (2018).

 

Das Buch ist käuflich erwerbbar bei Amazon oder direkt über Tobias Raum ([email protected]).

 

 


Hinweis für Sammler und Sammlerinnen:

 

Das KOLIBRI-KUNST-KABINETT hat Zugang zu einem großen

Teil des künstlerischen Nachlasses von Walter Raum mit zahlreichen, auch sehr großformatigen, Bildern.

 

Bei ernsthaftem Interesse von Sammlerinnen oder Sammlern  der Kunst der Nachkriegszeit können auf Anfrage weitere Fotos zur Verfügung gestellt werden bzw. lassen sich auch Besichtigungen der Originale im Atelier/Depot des Künstlers (südlich von München) arrangieren.

 

Im Vermittlungsfall von einzelnen Bildern oder auch Teilen des gesamten Oeuvres haben die Erben zugesagt, mindestens die Hälfte des Erlöses an die Interkulturelle Stiftung KOLIBRI zu spenden.

 

Bitte erwähnen Sie bei Interesse das Stichwort KOLIBRI

aktuelle Ausstellung in München:


weitere Informationen finden Sie hier

 

 

Jüngste Publikation und Ausstellung:

 

 

Einzelausstellungen der letzten fünf Jahre:
  • 2019 Katholische Akademie Bayern, München *
  • 2020 Kunstmuseum Hersbruck
  • 2021 Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von   
             Ossietzky
  • 2022 Kunsthaus Marstall Berg
  • 2022 Kulturzentrum Pullach
  • 2024 Kunst und Kulturforum Pfarrkirchen

 


Walter Raum auf der Biennale in Venedig 1958

In guter Gesellschaft:

Liste der KÜNSTLER im deutschen Pavillon der

Biennale von Venedig im Lauf der Jahre

 

 Emil Cimiotti Willi Baumeister Otto Dix Edgar Ende Werner Gilles Erich Heckel

Karl Hofer Rolf Müller-Landau Ernst Wilhelm Nay Heinz Trökes  Künstlergruppe 

Blauer Reiter Künstlergruppe Brücke Heinz Battke Leo Cremer Edgar Ende

Paul Klee Karl Kunz Oskar Schlemmer Rudolf Schlichter  Hans Uhlmann

Mac Zimmermann Karl Otto Götz Fred Thieler Julius Bissier Rolf Cavael

Otto Herbert Hajek Wassily Kandinsky  Heinrich Kirchner  Fritz Koenig Hans Mettel

Otto Pankok Hans Platschek Ernst Andreas Rauch Walter Raum

Karl Schmidt-Rottluff Johanna Schütz-Wolff  Emil Schumacher K. R. H. Sonderborg

Wilhelm Wessel Hans Wimmer Rupert Stöckl, Werner Schreib Ernst Weiers

HAP Grieshaber Erich Heckel  Alfred Lörcher Brigitte Matschinsky-Denninghof

Joseph Faßbender Norbert Kricke Horst Antes Günter Haese Günter Ferdinand Ris

Richard Oelze Kaspar-Thomas Lenk  Heinz Mack Georg Karl Pfahler Günther Uecker

Gerhard Richter Friedrich Gräsel Joseph Beuys Jochen Gerz Reiner Ruthenbeck 

Dieter Krieg Ulrich Rückriem Georg Baselitz Anselm Kiefer Hanne Darboven

Gotthard Graubner Wolfgang Laib Lothar Baumgarten  (ausgezeichnet mit dem

Goldenen Löwen) A. R. Penck Sigmar Polke  (ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen)

Felix Droese (Kurator Dierk  Stemmler) Bernd und Hilla Becher Reinhard Mucha

Hans Haacke Nam June Paik Katharina Fritsch Martin Honert Thomas Ruff

Gerhard Merz Katharina Sieverding Rosemarie Trockel Gregor Schneider 

(ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen) Candida Höfer Martin Kippenberger

Thomas  Scheibitz Tino Sehgal Isa Genzken Liam Gillick Christoph Schlingensief  (ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen) Ai Weiwei Romuald Karmakar

Santu Mofokeng Dayanita Singh Olaf Nicolai Hito Steyerl Tobias Zielony und das Künstlerpaar Jasmina Metwaly und Philip Rizk Anne Imhof (ausgezeichnet 

mit dem Goldenen Löwen als bester nationaler Beitrag) Natascha Sadr

Haghighian

Quelle: /www.suedwestgalerie.de/kunstlexikon/kunstgeschichte/biennale-di-venezia#kunstgeschichte