Ludwig Gebhard (1933 - 2007)

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Der Künstler

Geboren 1933 in Tiefenbach in der Oberpfalz verbrachte er dort seine Kinder- , Schul- und Jugendzeit, ehe er als Zwanzigjähriger seinen künstlerischen Werdegang begann. 1953 ging er an die Akademie nach München, um bei Professor Ernst Geitlinger, dem damals modernsten und progressivsten Lehrer der Akademie 12 Semester zu studieren. Seine druckgrafischen Fähigkeiten förderten A.Thiermann (Radierung), K.Lohwasser (Lithographie) und G.Berger, alle absolute Meister ihres Fachs. Von 1959 bis 1965 war er Meisterschüler bei Geitlinger. Nach Abschluss seiner Studien war Gebhard als freischaffender Künstler in Landsberg am Lech und in München tätig.

 

Reisen führten ihn durch ganz Europa, wo er zahlreiche international bedeutende Museen besuchte. Ihn interessierten nicht nur die großen Künstler der Moderne, sondern auch die alten Meister. 1983 war er Gast der Villa Romana in

                                                                                                                                    Florenz.

 

Seine erste Einzelausstellung fand 1963 in München statt. Danach gab es zahlreiche weitere im In- und Ausland, z.B. in Rom, Luxemburg, New York, Prag, Helsinki, Teheran, Brüssel und London. Kunstpreise erhielt er in Belgien, Italien, Bulgarien und Deutschland auf internationalen Ausstellungen. Eine Besonderheit sind seine Linolschnitte aus der verlorenen Form, die bis zu 14 Mal überarbeitet und übereinander gedruckt wurden, um so die gewünschte besondere Genauigkeit, Stimmigkeit von Farbe und Form zu erreichen. So wurde er einer der international führenden Druckgraphiker. Neben seinen druckgraphischen Arbeiten entstanden später auch zahlreiche Handzeichnungen und Ölbilder, Plastiken und Skulpturen aus Stein, Eisen und Bronze sowie Wandteppiche und Gobelins.

 

Die Arbeit von Ludwig Gebhard hält jeden Vergleich auf internationaler Ebene aus. Sie ist ein wesentlichen Beitrag zur Kunst des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Er verstarb im Jahre 2007.

 

Seine Werke können heute u.a. gesehen werden im Museu de Arte Moderna in Rio de Janeiro, in der Staatlichen Graphischen Sammlung in München, in der Basler Kunsthalle, in der Graphischen Sammlung Albertina in Wien sowie im Ludwig Gebhard Museum in Tiefenbach.

 

Das Anliegen von Ludwig Gebhard ist die Intensität der Farbe.

 Besonders ist das in seinen Linolschnitten zu beobachten. Hier zeigen die Arbeiten einen Glanz, Strahlkraft und Dichte der Farbwirkung, die sonst nur bei Ölgemälden zu sehen ist. Er erreicht das, in dem er mit aussergewöhnlicher Präzision etliche Schichten übereinanderdruckt (bis zu 12) und die Technik der verlorenen Form einsetzt. Dabei werden aus einer Druckplatte nach und nach Formen herausgeschnitten, jeder Zustand wird eingewalzt und abgedruckt und die Platte dann weiter bearbeitet. So entstehen auf dem Druck übereinanderliegende Schichten, die die Wirkung immer intensiver werden lassen. Auf der Druckplatte selbst bleibt am Schluss nur noch eine Restform übrig. Eine weitere Besonderheit seiner Arbeiten ist der Einsatz von Farbverläufen, der allmähliche malerische Übergang eines Farbtones in einen anderen. In Drucktechniken ist das nur mit raffinierten Vorbereitungen beim Einwalzen zu erreichen und wird deswegen selten gesehen.

Über das Leben von Ludwig Gebhard gibt es einen ca 17-minütigen Film, der über folgenden Link aufgerufen werden kann.