Fein gearbeitete Doppelporträts eines jungen Mannes und einer jungen Frau in Dreiviertelprofil, einander zugewandt. Die Komposition folgt dem klassischen Typus florentinischer Hochzeitsporträts des späten 15. Jahrhunderts. Kleidung, Frisuren und Haltung spiegeln das Schönheitsideal der Renaissance wider.
Die lineare Auffassung der Gesichter, die ruhige Flächenwirkung sowie die dekorative Klarheit verweisen deutlich auf den Einfluss der Werkstatt von Domenico Ghirlandaio.
Die Ausführung in Tempera auf Holz sowie der traditionelle Bildträger (Pappel) unterstreichen die Nähe zur historischen Technik. Gleichzeitig sprechen Details in Zustand und Ausführung dafür, dass es sich um eine spätere Arbeit in Renaissance-Manier handelt, die sich bewusst an Vorbildern um 1500 orientiert.
Sehr wahrscheinlich kein Original aus dem 15./16. Jahrhundert
sondern eher:
Das Ensemble besitzt eine hohe dekorative Qualität und wirkt als Paar besonders harmonisch.
Verhandlungsbass 2000 Euro
Dieser fein ausgeführte Kupferstich zeigt die biblische Szene von Adam und Eva im Paradies in einer außergewöhnlich reichen und detailfreudigen Darstellung. Eingebettet in eine ovale Rahmung entfaltet sich eine vielschichtige Landschaft, bevölkert von zahlreichen Tieren – darunter Löwen, Hirsche und exotische Wesen –, die die Harmonie der ursprünglichen Schöpfung symbolisieren.
Adam und Eva sind einander zugewandt dargestellt und tragen Spruchbänder mit lateinischen Inschriften, die auf die moralisch-allegorische Dimension der Szene verweisen. Die bewegte Figurenauffassung, die Fülle an Details sowie die ornamental gestaltete Rahmung verweisen auf den Manierismus des späten 16. Jahrhunderts und legen eine Entstehung im niederländischen oder deutschen Raum nahe – möglicherweise im Umkreis von Künstlern wie Maarten van Heemskerck oder Stechern wie Philips Galle.
Das Blatt besticht durch seine erzählerische Dichte und seine dekorative Qualität und ist zugleich ein anschauliches Beispiel für die bildhafte Vermittlung theologischer Inhalte in der Druckgraphik der frühen Neuzeit.
Technik: Kupferstich
Zeit: 2. Hälfte 16. Jahrhundert
Herkunft: vermutlich Niederlande / Deutschland
Zustand: altersgemäß (genaue Zustandsbeschreibung auf Anfrage)
💰 Preisvorstellung: 300 € (verhandelbar)
Fein gearbeiteter Kupferstich mit der Darstellung des süddeutschen und österreichischen Raumes unter dem Titel „Circolo di Baviera e di Austria“. Die Karte zeigt die territorialen Strukturen des Heiligen Römischen Reiches in beeindruckender Detailfülle mit zahlreichen Ortsangaben, Flussläufen und Gebirgszügen.
Die Vorlage geht auf den bedeutenden italienischen Kartographen Giacomo Cantelli da Vignola zurück, dessen Arbeiten zu den herausragenden Leistungen der barocken Kartographie zählen. Das vorliegende Blatt dürfte aus einer venezianischen Atlas-Ausgabe des 18. Jahrhunderts stammen, wie sie u. a. im Umfeld der Verlegerfamilie Albrizzi verbreitet wurde.
Besonders reizvoll ist die klare Gliederung der historischen „Reichskreise“, die einen anschaulichen Einblick in die politische Geographie Mitteleuropas vor der Neuordnung des 19. Jahrhunderts bietet. Die originale Mittelfalz verweist auf die frühere Einbindung in einen Atlas und unterstreicht den authentischen Charakter.
Technik: Kupferstich
Zeit: um 1730–1750
Herkunft: Italien (Venedig, nach Cantelli)
Darstellung: Bayern, Österreich und angrenzende Regionen
Zustand: altersgemäß, mit Mittelfalz
💰 Preisvorstellung: 180 € (verhandelbar)
Dekorativer und detailreicher Kupferstich mit der Darstellung Tirols und der angrenzenden Regionen unter dem Titel „Comitatus Principalis Tirolis“. Die Karte zeigt die komplexe territoriale Gliederung des Alpenraums in beeindruckender Genauigkeit und Fülle.
Besonders hervorzuheben ist die reich gestaltete barocke Kartusche im unteren rechten Bereich mit figürlicher Darstellung und Landschaftsmotiven, die dem Blatt einen ausgeprägt repräsentativen Charakter verleiht. Die fein kolorierten Grenzziehungen sowie die dichte Eintragung von Städten, Flüssen und Gebirgen machen die Karte zu einem eindrucksvollen Zeugnis der frühen neuzeitlichen Kartographie.
Das Blatt ist dem Umfeld des bedeutenden Nürnberger Kartographen Johann Baptist Homann zuzuordnen, dessen Werke zu den prägenden Leistungen der europäischen Kartographie des 18. Jahrhunderts zählen. Die originale Mittelfalz verweist auf die frühere Einbindung in einen Atlas.
Technik: Kupferstich, teilkoloriert
Zeit: um 1710–1730
Herkunft: Nürnberg (Homann-Verlag)
Darstellung: Tirol und angrenzende Regionen
Zustand: altersgemäß, mit Mittelfalz, dekorativ erhalten
💰 Preisvorstellung: 280 € (verhandelbar)